Die moderne Tastatur
Von
Wilfred Lindo
Ein trauriges Kapitel Computergeschichte: die Tastaturen. Sie ähneln in der Regel immer noch der ursprünglichen Schreibmaschinentastatur. Die wurde
aber dafür entworfen, zu funktionieren. Angenehmes Arbeiten für die Schreibkräften hatte keiner im Sinn. So zwingt die Arbeit an der Tastatur in eine
Zwangshaltung, die auf Dauer die Nacken- und Halsmuskulatur verkrampfen läßt.
Dabei gibt es seit längerem Hinweise der Arbeitsmediziner, wie sich Tastaturen besser an die menschliche Anatomie anpassen ließe. Deren Ansatzpunkt:
Die Ellbogen stützen sich fest ab, damit die tragenden Muskel-gruppen im Nacken und Hals entlastet werden. Aus dieser Position heraus können die
Hände in zwei Kreisbögen bewegt werden - entlang dieser Linien sollten die Tasten angeordnet sein.
Eine zweite "natürliche" Bewegungsmöglichkeit der Hände zeigt sich beim beidhändigen Greifen einer schweren Vase. Auch diese Bewegung ist bei fest
aufgestützten Ellenbogen möglich und dementsprechend bietet sich in der Mitte der Tastatur eine kegelförmige Erhebung an.
Mit solchen Tastaturen wurde schon vor längerer Zeit erfolgreich experimentiert. Sowohl gelernte Schreibkräfte als auch blutige Laien fanden derartige
Tastaturen toll. Gegenüber dem Umgang mit gewöhnlichen Tastaturen waren die Versuchspersonen sogar schneller und schrieben fehlerfreier.
Der Haken an der Sache: Niemand hatte den Mut, solche Tastaturen in großem Stil zu vertreiben. Vielleicht haben die Marquardt-Tastatur und das
Natural Keyboard von Microsoft da mehr Glück. Deren gegliederte, kühn geschwungene Tastatur entspricht dem natürlichen Bewegungsablauf mehr als
die bisherigen "Bretter".
Bei allem Aufwand zur guten Ausgestaltung des Arbeitsplatzes bleibt intensives Arbeiten am Computer eine Belastung für den Körper. Etwas Gymnastik
zwischendurch, zum Beispiel Kopf- und Schulterrollen sowie Greifübungen in die Luft nach oben und den Seiten ist entspannend und deshalb empfehlenswert.
Über den Autor:
Redaktionsbüro Lindo http://www.lindo.de.
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